Kalabrien
(Calabria) - Region im Süden Italiens, die sich über die
so genannte Stiefelspitze der italienischen Halbinsel erstreckt. Sie
umfasst die Provinzen Catanzaro, Cosenza und Reggio di Calabria. Die
Stadt Catanzaro ist Hauptstadt der Region, deren Südspitze von
Sizilien durch die Straße von Messina getrennt ist. Die Gebirgszüge
der Apenninen durchziehen Kalabrien.
Hauptanbauprodukte in den Tälern und im fruchtbaren Küstentiefland
sind Zitrusfrüchte, Feigen, Kartoffeln und Oliven; auch Viehhaltung,
Forstwirtschaft und Fischerei stellen wichtige Wirtschaftszweige
dar. Daneben ist der Abbau von Steinsalz und Schwefel von Bedeutung.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein, bevor soziale und wirtschaftliche
Reformen durchgeführt wurden, war das Wirtschaftspotential
Kalabriens eher gering. Dies änderte sich mit der Ansiedlung
zahlreicher Industriebetriebe, in denen vor allem chemische Erzeugnisse
produziert werden und Zinkverarbeitung stattfindet. Mehrere Wasserkraftwerke
dienen der Stromerzeugung.
In der Antike trug Kalabrien den Namen Bruttium. Den heutigen Namen
Kalabrien erhielt es erst im Mittelalter. Die Griechen ließen
sich schon früh an der Küste nieder, und einige ihrer
Ansiedlungen, wie etwa Sybaris, Crotona und Locri, zählten
im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. zu den führenden Städten
Großgriechenlands (Magna Graecia). Nach der Eroberung durch
die Römer im 3. Jahrhundert v. Chr. gelangte die Region nie
wieder zu ihrem einstigen Wohlstand. Auf der Flucht vor Malaria
und – im frühen Mittelalter – vor Plünderungen
durch Piraten wanderte die Bevölkerung in Scharen ins Landesinnere
ab. Im 11. Jahrhundert wurde Kalabrien von den Normannen erobert
und seine Geschichte war in der Folgezeit an die des Königreiches
Sizilien gebunden. Die Fläche Kalabriens beträgt 15 080
Quadratkilometer; die Einwohnerzahl liegt bei etwa 2,05 Millionen
(2000).